Ab Krakau dauert die Fahrt nach Oświęcim (der polnische Name der Stadt) etwa 75 bis 90 Minuten. Während dieser Zeit zeigen viele geführte Tourenveranstalter im Bus einen Dokumentarfilm mit dem Titel „Die Befreiung von Auschwitz“. Dies dient als düstere, aber notwendige Einführung in das, was vor Ihnen liegt.
Teil 1: Auschwitz I (Das Stammlager)
Die meisten Touren beginnen in Auschwitz I, dem ursprünglichen Konzentrationslager. Wenn Besucher durch das Tor mit dem zynischen Slogan „Arbeit Macht Frei“ gehen, betreten sie ein Gelände, das täuschend echt wie eine institutionelle Einrichtung aussieht, mit ordentlich aufgereihten Backsteinbaracken.
Hier sind die Museumsausstellungen in den Blöcken untergebracht. Sie werden wahrscheinlich Folgendes sehen:
- Block 4 & 5: Ausstellungen von materiellen Beweisen – Tonnen von menschlichem Haar, Zehntausende von Schuhen, Koffer mit darauf geschriebenen Namen, Prothesen und Brillen, die den Opfern abgenommen wurden.
- Block 11: Der „Todesblock“, in dem das Lagergefängnis und die Hungerzellen untergebracht waren. Zwischen Block 10 und 11 steht die Hinrichtungswand.
- Die Gaskammer und das Krematorium I: Die einzige erhaltene Gaskammer, ein dunkler, kalter Betonraum, der bei jedem Besucher einen unauslöschlichen Eindruck hinterlässt.
Teil 2: Auschwitz II-Birkenau
Nach einem kurzen Transfer (meistens mit dem Tourbus) kommen Sie in Birkenau an. Das Ausmaß hier ist erschreckend groß. Im Gegensatz zu den Backsteingebäuden von Auschwitz I ist Birkenau ein riesiges Feld von hölzernen Pferdestallbaracken (von denen oft nur noch Schornsteine übrig sind) und Ruinen.
Das ikonische Todestor, die Eisenbahnrampe, an der die „Selektion“ stattfand, und die Ruinen der Krematorien II, III, IV und V befinden sich hier. Dies ist der Ort des industrialisierten Massenmords an über einer Million europäischen Juden, Polen, Roma und anderen. Der Weg vom Tor zum Internationalen Denkmal am Ende der Gleise ist etwa 1 km lang und unterstreicht das schiere Ausmaß des Verbrechens.